Aus Angst vor Corona? Deutsche Eltern sperren Kinder jahrelang ein

Das Wichtigste in Kürze
- Drei Brüder wurden jahrelang in einem vermüllten Haus in Oviedo, Spanien, festgehalten.
- Die Eltern haben ihre Kinder (8 bis 10-jährig) aus Angst vor Corona isoliert.
- Die Kinder befinden sich in staatlicher Obhut, die Eltern wurden festgenommen.
In der nordspanischen Stadt Oviedo wurden drei kleine Buben von der Polizei aus einem Haus befreit. In diesem sind sie seit 2021 von ihren Eltern festgehalten worden. Die Eltern hatten sich während der Covid-19-Pandemie isoliert und ihre Kinder im Haus eingesperrt.
Das Innere des Hauses war übersät mit Müll und Medikamenten. Die Oberflächen waren durch Tierexkremente verschmutzt. Die drei Buben – zwei achtjährige Zwillinge und ihr zehnjähriger Bruder – trugen Windeln, als sie gefunden wurden.
Laut Ermittlungsquellen sollen die Eltern Medikamente mit THC gekauft haben, um diese den Kindern zur Behandlung von ADHS zu geben.
Eltern festgenommen – Kinder in Obhut
Die Eltern, Melissa Ann Steffen (48) mit deutsch-amerikanischer Staatsbürgerschaft und Christian Steffen (53), ein deutscher Technologie-Rekrutierer, wurden festgenommen. Die Kinder befinden sich in pädagogischer Obhut.
Die Beamten waren entsetzt über die Lebensbedingungen der Kinder, berichtet die spanische Zeitung «El Mundo».
Die Kinder waren zwar nicht krank, aber «schmutzig». Und in einem «beklagenswerten Zustand».
Die Söhne durften nur eine begrenzte Anzahl von Toilettengängen pro Tag machen. Den Rest der Zeit mussten sie demnach Windeln tragen.
Nachbarin und Polizei hegten Verdacht
Eine Nachbarin hatte gegenüber der Polizei Bedenken geäussert. Sie habe bemerkt, dass sie nie sah, wie die Kinder zur Schule gingen.
Die Polizei wurde misstrauisch, als sie festgestellt hatte, dass nur ein Mann als Bewohner des Hauses gemeldet war. Seine Supermarktbestellungen reichten jedoch für mehrere Personen aus.
Chefinspektor Francisco Javier Lozano sagte: «Zunächst gab es nichts besonders Auffälliges.» Doch dann begannen die Eltern, sich seltsam zu verhalten.
Motiv der Eltern unklar
Als die Beamten das Haus betreten wollten, bat der Vater sie, einige Minuten zu warten. In dieser Zeit hat er seinen Söhnen bis zu drei Masken aufgesetzt. Die Mutter warnte die Beamten, vorsichtig zu sein, da ihre Kinder sehr krank seien.

Das Motiv der Eltern für das Einsperren der Kinder ist noch unklar. Ermittler vermuten jedoch, dass die Eltern unter dem «Covid-Syndrom» litten und in Angst vor dem Virus in Isolation lebten.
Schaden an Kindern ist «ernst»
Nach ihrer Befreiung haben sich die beiden jüngsten gut an das Leben ohne Masken gewöhnt. Der älteste Bruder sei etwas «zurückhaltender».
Sozialpädagogin Flor Gonzalez Muñiz sagt, der Schaden an den Kindern sei «sehr ernst», aber nicht irreversibel. Sie fügt hinzu: «Sie haben jetzt eine Chance. Wenn man richtig arbeitet, können sie das Erwachsenenalter mit der Garantie eines erfüllten Lebens erreichen.»