Nach einem Gefängnisausbruch im Libanon sind dutzende Häftlinge auf der Flucht. Die Polizei warnt nun die Bevölkerung vor den Ausbrechern.
Angehörige und Polizisten vor dem Gefängnis in Baabda
Angehörige und Polizisten vor dem Gefängnis in Baabda - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Libanon sind 69 Häftlinge aus einer Haftanstalt ausgebrochen.
  • Die Behörden vermuten, dass sie Hilfe von Gefängniswärtern hatten.
  • Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen zu den Umständen des Ausbruchs auf.
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Nach Polizeiangaben vom Samstag konnten insgesamt 69 Insassen aus einer Haftanstalt in der Nähe des Präsidentenpalastes in einem Vorort der Hauptstadt Beirut entkommen. 44 von ihnen waren am frühen Samstagnachmittag noch auf der Flucht, die Polizei mahnte Anwohner zur Vorsicht.

Fünf der Ausbrecher starben auf der Flucht, als sie mit einem gestohlenen Auto gegen einen Baum fuhren, ein weiterer Insasse wurde verletzt. 15 weitere Häftlinge wurden gefasst, vier stellten sich den Behörden.

Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen zu den Umständen des Ausbruchs auf. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Häftlinge Hilfe von Gefängniswärtern hatten, sagte eine Sprecherin.

Vor der Haftanstalt in Baabda versammelten sich am Samstag Angehörige, die sich nach dem Schicksal ihrer inhaftierten Familienmitglieder erkundigten oder auch ihre geflüchteten Söhne zurück ins Gefängnis geleiteten.

Häftlinge im ganzen Land hatten kürzlich das Parlament aufgefordert ein Amnestiegesetz zu verabschieden, sodass tausende Insassen aus vom Coronavirus betroffenen Gefängnissen freikommen könnten.

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